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Themen / Topics

Im Zentrum der Tagung stehen folgende Themenfelder: 

 

Themenfeld 1 / Topic area 1

Eignung für Studium und Beruf. In den deutschsprachigen Ländern erwerben junge Erwachsene mit der Hochschulreife oder Maturität in der Regel die Voraussetzung zur Aufnahme des Lehramtsstudiums an einer Universität oder an einer Pädagogischen Hochschule. Umstritten ist die Frage, ob der Studien- und Berufserfolg durch zusätzliche selektive Elemente wie Studien- und Berufseignungsabklärungen erhöht werden kann bzw. soll.

Suitability and recruitment. In German speaking countries, young adults typically attain the eligibility criteria for teacher education programmes through a higher education entrancequalification or the Matura, respectively. There is debate about whether academic and professional success can be enhanced through additional selective procedures, such as vocational aptitude tests.

Themenfeld 2 / Topic area 2

Akademisches Curriculum vs. «Praxishunger». Zahlreiche Befragungen von Lehramtsstudierenden verweisen auf ein hohes Bedürfnis nach Praxisrelevanz, das oft mit einer Enttäuschung im Hinblick auf Anforderungen des akademischen Curriculums einhergeht. Die Implementierung von Forschungswerkstätten oder Forschungsateliers unterstreicht den Nutzen wissenschaftlicher Reflexion für die Beantwortung praktischer Fragen. Weitere anspruchsvolle Versuche, die berufspraktischen Studienanteile aufzuwerten und enger mit den akademischen Studienanteilen zu koppeln, sind z.B. eine intensivierte Zusammenarbeit mit Partnerschulen oder der Einsatz von Videoportfolios. Zu klären ist, wie gut diese Innovationen den «Praxishunger» stillen und wie erfolgreich sie verschiedene Wissensformen miteinander verknüpfen.

Academic versus practice-oriented curriculums. Surveys show that teacher education students wish for practice-oriented contents. This wish frequently clashes with the requirements of the academic curriculum. As the inclusion of research seminars into teacher education programmes shows, scientific reflection can indeed help resolve practical issues. There are further ambitious attempts to interlink practical and academic study contents more closely, such as strengthening the collaboration with partner schools or the use of video portfolios. Still, it has to be clarified how well these innovations succeed in satisfying the “hunger” for practice and in connecting the various forms of knowledge.

Themenfeld 3 /Topic area 3

Entwicklung der professionellen Identität, Der Lehrberuf zeichnet sich dadurch aus, dass das Aufgabenfeld in vielerlei Hinsicht durch widersprüchliche Anforderungen geprägt ist. Einerseits stellt dies eine Gestaltungschance dar, andererseits eine Quelle der Irritation und möglicherweise auch eine Grenze der Professionalisierung. Tagungsbeiträge in diesem Themenfeld beleuchten, wie es jungen Lehrpersonen unter den heutigen Ausbildungs- und Berufsbedingungen gelingt, mit den widersprüchlichen Anforderungen umzugehen und eine professionelle Identität zu entwickeln.
Developing a professional identity. The teaching profession is characterised by a wide range of tasks that include with multiple and often conflicting requirements. On the one hand, this situation provides room for creativity; on the other hand, it can lead to irritations and might even limit the possibilities of professionalization. Conference contributions in this area take a closer look at how young teachers manage to deal with conflicting job demands and the development of a professional identity in the context of current training and work conditions.

Themenfeld 4 / Topic area 4

Einmal Lehrer/-in immer Lehrer/-in? Berufseintritt und Verbleib im Lehrberuf
Lehrpersonen sind im Schulalltag oft relativ schnell auf sich allein gestellt. Die damit verbundene Verantwortung macht einen beträchtlichen Anteil des Berufsstolzes aus. Andererseits stellt sich die Frage, ob diese Isolation nicht auch einen Grund für den Ausstieg aus dem Lehrberuf darstellt. In dieser Hinsicht ist zu untersuchen, wie Formen von Coaching oder Mentoring dazu beitragen können, das Commitment gegenüber dem Beruf zu steigern und den Berufsverbleib zu stärken. Zudem ist zu klären, inwiefern der Ausbau kollegialer Kooperation und pädagogischer Führung den Berufseintritt erleichtern und die berufliche Motivation stärken.
Once a teacher, always a teacher? Career entry and teacher retention. In everyday school life, teachers are often left to their own devices fairly quickly. This comes with a lot of responsibility; a part of their profession teachers take considerable pride in. On the other hand, professional isolation can be one of the reasons to leave the teaching profession. In this context it is important to examine how different forms of coaching and mentoring can contribute to improving professional commitment and enhancing teacher retention.

 

Themenfeld 5 / Topic area 5

Frischer Wind: Quereinsteigende und ihr Wechsel in den Lehrberuf
Lehrermangel wird in verschiedenen Ländern wiederholt mit Notprogrammen für die Personalrekrutierung reagiert. In der jüngsten Zeit verschiebt sich dabei der Akzent: Es steht nun stärker die Frage im Vordergrund, ob und wie durch den Quereinstieg in den Lehrberuf neue Ressourcen erschlossen werden können, welche die Kompetenzen der Kollegien erweitern. In diesem Sinne geht es darum, den Weg der alternativen Qualifizierung im Rahmen von Quereinstiegsprogrammen dauerhaft offenzuhalten, auch wenn keine konjunkturelle Notlage am Arbeitsmarkt besteht. Zum einen stellt sich hier die Frage, wie gut diese alternativen Pfade ausgebaut sind; zum anderen die Frage, wie stark sie genutzt werden.
A breath of fresh air. Second career teachers and their career transition. In many countries, acute periods of teacher shortage give rise to the development of “emergency” programmes for teacher recruitment. As of late, the focus has shifted towards the question of whether and how career changers bring new skills into the teaching profession, thus expanding the scope of competencies in existing school teams. The goal is to keep alternative qualification programmes open as permanent study programmes, even if there is no shortage of trained teachers. Consequently, the questions of how elaborate these alternative pathways are and how well they are sought after arise.