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Call for Papers

Die zweitägige Tagung «Wege in den Lehrberuf» widmet sich verschiedenen Zugängen zum Lehrberuf, der Phase des Berufseinstiegs und den Perspektiven des Berufsverbleibs. Keynote-Vorträge beleuchten das Tagungsthema aus verschiedenen nationalen und internationalen Blickwinkeln. Wir freuen uns auf folgende Keynote-Speaker: Richard Ingersoll (University of Pennsylvania), Paul Richardson (Monash University), Helen Watt (Monash University), Tina Hascher (Universität Bern), Annelies Kreis (Pädagogische Hochschule Zürich), Frank Lipowsky (Universität Kassel) und Marold Wosnitza (Universität Aachen).

AdressatInnen: Die Tagung richtet sich an Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland sowie an Fachpersonen, die in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung oder in der Bildungsverwaltung, -administration und -politik tätig sind sowie an weitere Interessierte aus dem Schulfeld. Im Zentrum der Tagung stehen folgende Themenfelder:

Themenfeld 1. Eignung für Studium und Beruf
In den deutschsprachigen Ländern erwerben junge Erwachsene mit der Hochschulreife oder Maturität in der Regel die Voraussetzung zur Aufnahme des Lehramtsstudiums an einer Universität oder an einer Pädagogischen Hochschule. Umstritten ist die Frage, ob der Studien- und Berufserfolg durch zusätzliche selektive Elemente wie Studien- und Berufseignungsabklärungen erhöht werden kann bzw. soll.

Themenfeld 2. Akademisches Curriculum vs. «Praxishunger»
Zahlreiche Befragungen von Lehramtsstudierenden verweisen auf ein hohes Bedürfnis nach Praxisrelevanz, das oft mit einer Enttäuschung im Hinblick auf Anforderungen des akademischen Curriculums einhergeht. Die Implementierung von Forschungswerkstätten oder Forschungsateliers unterstreicht den Nutzen wissenschaftlicher Reflexion für die Beantwortung praktischer Fragen. Weitere anspruchsvolle Versuche, die berufspraktischen Studienanteile aufzuwerten und enger mit den akademischen Studienanteilen zu koppeln, sind z.B. eine intensivierte Zusammenarbeit mit Partnerschulen oder der Einsatz von Videoportfolios. Zu klären ist, wie gut diese Innovationen den «Praxishunger» stillen und wie erfolgreich sie verschiedene Wissensformen miteinander verknüpfen.

Themenfeld 3. Entwicklung der professionellen Identität
Der Lehrberuf zeichnet sich dadurch aus, dass das Aufgabenfeld in vielerlei Hinsicht durch widersprüchliche Anforderungen geprägt ist. Einerseits stellt dies eine Gestaltungschance dar, andererseits eine Quelle der Irritation und möglicherweise auch eine Grenze der Professionalisierung. Tagungsbeiträge in diesem Themenfeld beleuchten, wie es jungen Lehrpersonen unter den heutigen Ausbildungs- und Berufsbedingungen gelingt, mit den widersprüchlichen Anforderungen umzugehen und eine professionelle Identität zu entwickeln.

Themenfeld 4. Einmal Lehrer/-in immer Lehrer/-in? Berufseintritt und Verbleib im Lehrberuf
Lehrpersonen sind im Schulalltag oft relativ schnell auf sich allein gestellt. Die damit verbundene Verantwortung macht einen beträchtlichen Anteil des Berufsstolzes aus. Andererseits stellt sich die Frage, ob diese Isolation nicht auch einen Grund für den Ausstieg aus dem Lehrberuf darstellt. In dieser Hinsicht ist zu untersuchen, wie Formen von Coaching oder Mentoring dazu beitragen können, das Commitment gegenüber dem Beruf zu steigern und den Berufsverbleib zu stärken. Zudem ist zu klären, inwiefern der Ausbau kollegialer Kooperation und pädagogischer Führung den Berufseintritt erleichtern und die berufliche Motivation stärken.

Themenfeld 5. Frischer Wind: Quereinsteigende und ihr Wechsel in den Lehrberuf
Lehrermangel wird in verschiedenen Ländern wiederholt mit Notprogrammen für die Personalrekrutierung reagiert. In der jüngsten Zeit verschiebt sich dabei der Akzent: Es steht nun stärker die Frage im Vordergrund, ob und wie durch den Quereinstieg in den Lehrberuf neue Ressourcen erschlossen werden können, welche die Kompetenzen der Kollegien erweitern. In diesem Sinne geht es darum, den Weg der alternativen Qualifizierung im Rahmen von Quereinstiegsprogrammen dauerhaft offenzuhalten, auch wenn keine konjunkturelle Notlage am Arbeitsmarkt besteht. Zum einen stellt sich hier die Frage, wie gut diese alternativen Pfade ausgebaut sind; zum anderen die Frage, wie stark sie genutzt werden.