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Beitrag 126

Berufsbiografien von Lehrpersonen – wie sich Lehrerinnen und Lehrer professionalisieren

 

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Lehrberuf stark gewandelt. Grund dafür sind gesellschaftliche Veränderungen, die dazu geführt haben, dass sich auch die Anforderungen an die Lehrpersonen verändert haben. Nebst dem Unterricht, haben Lehrpersonen weitere Aufgaben in der Schul- und Qualitätsentwicklung, in der eigenen Weiterentwicklung sowie in der Zusammenarbeit mit Fachpersonen, weiteren Institutionen und den Eltern. Damit sind immer auch vielfältige Erwartungen an die Lehrperson verbunden, die sich teils widersprechen. Sie sollen u.a. Individualität fördern, Gleichbehandlung praktizieren, Vertrauen und Nähe zur Schülerschaft aufbauen, professionelle Distanz wahren, autonom Handeln, aber doch Rechenschaft darüber ablegen. In dieser komplexen Berufsrealität sind Lehrpersonen gefordert ihre professionelle Identität zu entwickeln.

Im Symposium werden drei Beiträge präsentiert, die sich alle weitgehend mit Berufsbiografien von Lehrpersonen und mit Professionalisierungsfragen beschäftigen. Im ersten Beitrag werden Befunde der SNF-Studie ‚Berufsbiographien von Lehrpersonen. Eine Analyse von Biographisierungs- und Subjektivierungsprozessen’ dargelegt, die zeigen, wie eng das professionelle Selbstkonzept an die Biografie der Lehrperson gebunden ist. Im zweiten Beitrag werden Befunde der SNF/DGF-Studie ‚Kompetenzentwicklung und Beanspruchung in der Lösung von Entwicklungsaufgaben im Berufseinstieg von Lehrerinnen und Lehrern‘ präsentiert zu unterschiedlichen Typen beruflicher Identitäten und auf ihre Bedeutung für die Weiterbildung von Lehrpersonen diskutiert. Der dritte Beitrag fragt nach dem aktuellen Forschungspotential der biografieanalytischen Forschung zum Lehrberuf.