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Beitrag 134

Zwischen Wandel und Stabilität - Konzeptualisierungen und Befunde zur Entwicklung professioneller Identität


Das Konzept der «professionellen Identität» stellt aus sozialwissenschaftlicher Sicht im Kontext von Professionalisierung als Entwicklungsfigur eine gewisse Paradoxie dar. Denn wie muss man sich die Entwicklung von etwas per se Stabilem vorstellen?

Das Symposium widmet sich daher der Frage von Stabilität und Wandel in Professionalisierungsprozessen. Das Konzept der Entwicklung professioneller Identität wird dabei vorwiegend aus der Prozessperspektive betrachtet und unter mehreren differenten theoretischen Rahmungen zunächst konzeptionell bezüglich der daraus jeweils resultierenden heuristischen Potentiale befragt.

In den Beiträgen werden weiterhin empirische Studien vorgestellt, in denen Entwicklungsverläufe studentischer Orientierungen im Berufseinstieg rekonstruiert werden (Košinár), die Bedingungen der Möglichkeit professioneller Entwicklungsprozesse durch Irritation und Krisen erkundet (Schmid) sowie Adressierungen im Praktikum als situative Impulse für Professionalisierungsprozesse "in situ" verstanden und bezüglich der darin enthaltenen "Normen der Anerkennbarkeit" (Reh & Ricken 2012) untersucht werden (Leonhard). Die sich anschliessende Diskussion zielt darauf ab, angesichts der empirischen Befunde heuristisch fruchtbare Beschreibungskategorien zueinander und bezüglich ihrer zeitlichen Erstreckung in Beziehung zu setzen und damit Modellierungen von "Professionalisierung als biographischem Projekt" (Kunze 2011) zwischen Stabilität und Wandel zu entwickeln.

 

Literatur

Kunze, K. (2011). Professionalisierung als biographisches Projekt. Professionelle Deutungsmuster und biographische Ressourcen von Waldorflehrerinnen und -lehrern. Wiesbaden: Springer VS.

Reh, S. & Ricken, N. (2012). Das Konzept der Adressierung. Zur Methodologie einer qualitativ-empirischen Erforschung von Subjektivation. In I. Miethe & H.-R. Müller (Hrsg.), Qualitative Bildungsforschung und Bildungstheorie (S. 35-56). Opladen: Barbara Budrich.